Widerstand gegen die Öffnung der Alten Süderelbe. Unterschriften wurden an die Politik übergeben.

ias-Vorsitzender Holger Maciolek übergibt über 100 Unterschriften gegen die Öffnung der Alten Süderelbe an die Politiker Carina Oestreich (Regional-Ausschuss Finkenwerder, SPD) und David Dworzynski (SPD)

Die Überlegungen des Forum Tideelbe, die Alte Süderelbe bei voller Tide wieder zu öffnen, hat bei den Betroffenen hohe Wellen geschlagen. Kein Wunder. Würde das doch bedeuten, dass die anliegenden Grundstücke bei einem mittleren Tidenhub von 3,50 m alle 12 Stunden überflutet werden.

Zum Hochwasserschutz müssten meterhohe Spundwände gebaut und in einigen Bereichen zusätzliche Flutschutzmaßnahmen errichtet werden. Wie sich eine Öffnung auf das Grabensystem, ohne das Finkenwerder nicht existieren kann, auswirkt, wurde ebenso wenig angesprochen wie eine Antwort auf die Frage gegeben, wie sich dies mit dem Naturschutz an der Alten Süderelbe vereinbaren lässt.

Anrainer und Nutzer sind sich jedenfalls einig, dass sie ihre privaten Grundstücke nicht für die Maßnahme zur Verfügung stellen wollen. Auch die Finkenwerder Politik steht auf Seiten der Betroffenen. Über 100 Unterschriften von Privatpersonen und Wasserverbänden wurden Anfang Mai im Beisein der Presse an Carina Oestreich (SPD) vom Regionalausschuss Finkenwerder übergeben. „Wir leiten das an die zuständigen Behörden weiter. Damit ist gewährleistet, dass sie auch da ankommen, wo sie ankommen sollen“, so die Kommunalpolitikerin

Verbindungsgewässer besichtigt

Viele haben sich gefragt, was in den letzten Monaten an der Kreuzung Umfahrstraße/ Umgehungsstraße gebaut wird. Die Antwort: Genau hier wurden die Rohre für das neue Verbindungsgewässer zwischen der Alten Süderelbe und der dritten Meile  (Neuenfelde, Francop, Nincop etc.) verlegt. Notwendig wurde der Bau im Rahmen der wasserwirtschaftlichen Neuordnung, um eine vernünftige Wasserwirtschaft zu ermöglichen.

Historisch bezog die dritte Meile ihr Wasser aus der Norderelbe und entwässerte sich auch wieder in sie. Doch dann verlängerte Airbus seine Landebahn, das Mühlenberger Loch wurde zur Sedimentfalle und das Neuenfelder Schleusensiel verschlickte mehr und mehr. Eine problemlose Be- und Entwässerung war nicht mehr möglich. Durch den Anschluss an die Alte Süderelbe soll das nun wieder gewährleistet sein.

Am 24. April luden der BE- und Entwässerungsverband Finkenwerder Süd und die ias ihre Mitglieder zu einer Besichtigung der fast fertiggestellten Baustelle ein. Ein Rundgang bei sommerlichen Temperaturen, an dem sowohl der leitende Ingenieur als auch der Projektleiter der REGE den Teilnehmern viele Details zum Gesamtkonzept erläuterten.